Gedanken zu Begegnungen

Gedanken zu Begegnungen

«Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen», habe ich mal irgendwo gelesen. «Schon wieder so’n Kalenderspruch», dacht’ ich mir. Aber wie es eben so ist mit den Kalendersprüchen, mögen sie noch so abgewetzt sein, irgendetwas Wahres ist ihnen dennoch abzugewinnen. Sicherlich machen nicht alle Begegnungen bereichert. Gewisse Menschen bringen uns auf die Palme, rauben uns Energie oder fügen uns sogar Schmerzen zu. Man kann sie nicht alle in einen Topf werfen. Das wäre übrigens Kalenderspruch Nummer zwei gewesen. Aber bleiben wir beim Ersten. Dass wirklich etwas daran ist, hat sich mir erst kürzlich gezeigt, als ich nach langer Zeit wieder mit meinen Mitstudierenden im Klassenzimmer sass. Die Personen im Raum strahlten eine enorme Energie und Kreativität aus, die durch das Homeoffice so lange abwesend waren. In meiner Ausbildung zur Journalistin wurde mir mitgegeben, dass man Menschen mögen muss. Und in den Begegnungen, die ich in letzter Zeit wieder so sehr schätzen gelernt habe, zeigte sich mir, wie viel ich von Menschen lernen durfte. Ich denke dabei nicht an den Stoff, den ich in der Schule büffeln musste. Es waren Gespräche, Momente, Erlebnisse und Einsichten, die Menschen mit mir geteilt haben, aus denen ich wiederum Energie schöpfen konnte. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie es wäre, ohne diese Begegnungen auszukommen. So schliesst sich der Kalenderspruch-Kreis wieder, sind es doch die kleinen Dinge, die im Leben wirklich zählen.

Dieser Text ist als Kolumne im Pfarreiblatt der katholischen Kirche Stadt Luzern 14/21 erschienen. 

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